Alnus glutinosa - Schwarz-Erle

                          "Baum des Jahres 2003"

      Familie : Betulaceae - Birkengewächse
      Ordnung : Fagales - Buchengewächse	


 Besonderheit : Hervorragender Uferschutzbaum während der Jahrhunderflut im
                August 2002 in Nord-Ost-Deutschland; typische Pionierbaumart
                auf nassen Standorten - wie keine andere heimische Baumart
                besitzt sie das Vermögen, diese zu besiedeln aufgrund ihrer
                Fähigkeit des Lufttransportes in die Wurzeln; Stickstoff-
                sammlerin mit Hilfe von Mikroorganismen, die an den Wurzeln
                leben.
   Gefährdung : Die von der Schwarz-Erle bevorzugten Waldgesellschaften stehen
                aufgrund von Entwässerungsmaßnahmen auf der Roten Liste
                gefährdeter Biotope; ein neuartiges Erlensterben bedroht die
                Schwarz-Erle, entdeckt 1993 und verursacht durch einen pilz-
                ähnlichen Organismus (Phytophtora).
  Verbreitung : Europa, Sibirien, Westasien, Nordafrika; in Deutschland größere
                zusammenhängende Bestände nur noch in der nordostdeutschen
                Tiefebene, z.B. im Spreewald südlich von Berlin.
     Standort : Sonnig bis halbschattig, sehr hoher Lichtbedarf, kühl bis mäßig
                warm; feuchte bis nasse Lagen; sauerstoff- und nährstoffreich;
                Uferbereich (Bäche, Flüsse, Teiche, Seen), Niederungen, Moore
                (nicht Hochmoore), stau-nasse Überschwemmungsgebiete (Wiesen,
                Bachläufe), Sümpfe - als einzige Baumart dort überlebensfähig;
                Baumart der tiefen Lagen, aber auch im Gebirge bis 1000 m NN.
                 Vorkommen von Natur aus vor allem in 2 Waldgesellschaften -
                1) Bruchwälder - Erlen-Bruch-Wald ("Erlbruch"):
                  Grundwasserstand ganzjährig sehr hoch und nur wenig
                  schwankend, Boden daher fast immer nass, wird nur im
                  zeitigen Frühjahr (Schneeschmelze) überschwemmt, dabei
                  kein Eintrag von Nährstoffen, da das Wasser nicht fließt
                  = charakteristischer Lebensraum.
                2) Auenwälder - Bach-Erlen-Eschen-Wälder:
                  Werden von Fließgewässern begleitet und regelmäßig über-
                  schwemmt, dabei Versorgung mit Nährstoffen aus dem Fluss.
        Boden : Bevorzugt nährstoffreiche, frische bis feuchte (nasse), schwach
                saure bis neutrale Böden; meidet nährstoffarme und kalkige
                Böden; reine Sandböden ungünstig; ansonsten keine besonderen
                Ansprüche und fast alle Substrate: Rohböden, Torf, Ton, Kies;
                auch ganzjährig vom Grundwasser beeinflusste Bodentiefen.
        Wuchs : Baum 2.-1. Ordnung; großer, hoher Baum; Stamm meist bis zum
                Wipfel auffallend kerzengerade durchgehend ("Fichte der
                Täler"), oft auch mehrstämmig; Krone (breit) kegelförmig,
                pyramidal oder spitz; Äste locker verzweigt, anfangs
                ansteigend, später waagrecht abstehend.
        Größe : Höhe 10-20 (25) m, Breite 8-12 (14) m; raschwüchsig,
                besonders in der Jugend; Jahreszuwachs in der Höhe 30-40 cm,
                in der Breite 20 cm.
  Lebensdauer : Natürliche: 100-120 Jahre, maximale: 150 Jahre, hohes
                Regenerationsvermögen durch Stockausschläge: dadurch
                langlebig, manchmal bis zu 1000 Jahre!; Nutzungsalter
                im Forst: 60-80 Jahre.
        Rinde : Zunächst glänzend grünlich-braun und glatt, später bräunlich-
                grau und in längliche oder quadratische Felder aufreißend.
        Borke : Flachschuppig, dunkelgrau; im Alter: zerklüftete, längs-
                rissige, sehr dunkle bis schwarze Schuppen-Borke
                ("Schwarz-Erle").
         Holz : Weich und leicht: biegsam, elastisch und fest; zählt zu den
                Splinthölzern; Splint- und Kernholz farblich einheitlich:
                weiß-rötlich bis gelb-rötlich, frische Schnittflächen dunkeln
                an der Luft rasch nach in eine auffallend rote Farbe - entsteht
                durch Sauerstoffreaktion von Zellinhaltsstoffen und führte zur
                Legende, dass Erlen "bluten"; gleichmäßige Struktur und sehr
                feine Zeichnung; grobfaserig; zerstreut-porig; Jahresringe
                treten kaum hervor und sind verschieden breit; arbeitet und
                reißt wenig; lässt sich leicht bearbeiten, spalten, messern,
                schälen; gut zu trocknen, färben, beizen, leimen, polieren;
                vorzüglich geeignet zum Schnitzen und Drehen; besonders hohe
                Dauerhaftigkeit im Wasser; relativ geringer Fettgehalt;
                Eiweißgehalt hoch, deswegen häufig Befall von Holzwürmern;
                geringe Resistenz gegen Pilze und Insekten; im Querschnitt
                meist auffallende, rötlich-braune Flecken = Fraßgänge einer
                Fliegenlarve.
       Triebe : Grün-braun mit weißlichen Rindenporen; oft 3-kantig; glatt,
                kahl, nicht behaart, jedoch Spitze mitunter leicht behaart;
                klebrig, vor allem an den Spitzen.
      Knospen : 3 mm lang; gestielt 7 mm lang; spiralig angeordnet; mit
                2-3 ungleichen sichtbaren Schuppen ("Enten-Schnabel");
                Knospenschuppen braunrot-violett, durch Wachsausscheidungen
                grau punktiert, kahl, klebrig.
        Blatt : Sommergrün; wechselständig; 4-10 cm lang, 3-7 cm breit;
                unverwechselbar: eingekerbte Spitze; stumpf (breit)
                eiförmig bis rundlich und am Grund keilförmig, Blätter von
                Stockausschlägen oft klein gelappt; Blattrand wellig und grob
                doppelt gezähnt; Oberseite glänzend dunkelgrün und kahl,
                Unterseite heller grün; 5-8 weiße Nervenpaare, Nervenwinkel
                rostfarben gebärtet; Stiel 2-3,5 cm lang, fein rau punktiert,
                hin zur Blattbasis größer werdend; während der Austriebszeit
                klebrig und bei jungen Pflanzen blass orangebraun; keine
                Herbstfärbung: Blätter fallen grün und sehr stickstoffreich ab,
                da es nicht nötig ist, vor dem Laubfall die Inhaltsstoffe aus
                den Blättern abzuziehen - Blätter sammeln Stickstoff durch
                Zufuhr aus den Wurzeln; auffällig ist der bereits im Frühsommer
                einsetzende grüne Blattfall: bis zur Hälfte aller Blätter
                werden abgeworfen, und zwar immer die ersten und untersten
                Blätter der Jahrestriebe, die von den später erscheinenden,
                oberhalb befindlichen so beschattet werden, dass sie nicht mehr
                überleben können = kein Schadsymptom, sondern Folge des hohen
                Lichtbedarfs der Schwarz-Erle; die restlichen Blätter aus dem
                oberen Kronenbereich bleiben wiederum sehr lange am Baum - der
                ebenfalls grüne Blattfall beginnt erst im November.
        Blüte : Einhäusig, eingeschlechtig; sehr früh im März-April vor dem
                Laubaustrieb, gehört zu den am frühesten blühenden heimischen
                Baumarten (Heuschnupfen-Gefahr!); ca. 2 Wochen lang; männliche
                Kätzchen: auffällig, bräunlich- rötlich, zu mehreren (3-5)
                hängend, 5-12 cm lang, endständig, Deckschuppen violett-braun,
                Staubbeutel gelb; weibliche Kätzchen: klein und unscheinbar,
                aufrecht stehend, violett-braun, mit hervortretenden roten
                Narben; nach 10-15 Jahren; windbestäubt.
       Frucht : Während des Heranreifens verholzt der Fruchtstand und wird
                zu einem Zapfen - ungewöhnlich für einen Laubbaum; unreif:
                grünlich-braun; reif: dunkelbraun-schwarz; rundlich-oval,
                ca. 1-2 cm lang, gestielt; Fruchtschuppen abgespreizt - ähneln
                dadurch "kleinen Nadelbäumen"; reichlich reife Fruchtzapfen ab
                September/Oktober, die sehr lange am Zweig verbleiben ("Winter-
                Steher"); Wind- und Wasserverbreitung: die winzigen Früchte
                haben Auswüchse, die luftgefüllt sind und als Schwimmpolster
                dienen (= genial!) - sie fallen von Herbst bis Frühjahr aus den
                Zapfen, werden vom Winde verweht oder mit dem Wasser verbreitet
                = sehr effektiv für große Entfernungen und für das Erreichen
                eines gut wasserversorgten Rohbodens; im Wasser 12 Monate
                lebensfähig.
        Samen : Klein, 2-4 mm groß; flach, kantig; braun und glänzend;
                geflügelt mit sehr schmalen Flügelrändern; werden ab der
                Reife im Februar/März von den Fruchtzapfen freigegeben und
                mit dem Wind verbreitet.
       Wurzel : Wurzelt von allen heimischen Baumarten am tiefsten (bis zu 4m):
                sehr tiefreichendes intensives Herzwurzelsystem ("glocken-
                förmig"), mit überwiegend Feinwurzeln und vielen mittelstarken
                Senkerwurzeln, die sehr tief gehen, bei hohem Wasserstand
                jedoch sehr flach; rasche Adventiv-Wurzelbildung, keine
                Wurzelbrut bzw. Ausläufer;
                Außergewöhnlich: eine erschwerte Luftversorgung der Wurzeln
                (z.B. durch Überflutung) wird sichergestellt durch auffallend
                große Öffnungen in der Rinde (Lentizellen) und durch Luftkanäle
                im Holz, die sich an den oberflächennahen Wurzeln und an der
                Stammbasis befinden;
                Besonderheit: Symbiose mit Mikroorganismen (Bakterien und
                Pilze) unter Ausbildung von dauerhaften Wurzelanschwellungen
                (Rhizotamnien), "Wurzelknöllchen": knollenartige Gebilde,
                1 mm-10 cm groß, befinden sich nur in den oberen Boden-
                horizonten und beherbergen im Inneren Mikroorganismen, die
                Luftstickstoff binden = Stickstoffsammler - diese erhalten im
                Gegenzug wichtige Nährstoffe von der Schwarz-Erle, der Baum ist
                dadurch weitgehend unabhängig von den Stickstoffvorräten im
                Boden.
  Krankheiten/
   Schädlinge : - Verursacher des Erlensterbens ist ein neuartiger pilz-
                ähnlicher Organismus (Phytophtora), gegen den die Erle bislang
                noch keine Abwehr entwickeln konnte: seine Sporen breiten sich
                mit Hilfe von Geißelhaaren aktiv im Wasser aus und dringen in
                die Erle ein - der natürliche Lebensraum der Schwarz-Erle an
                Gewässern wird zum Verhängnis; Schadbild: schüttere, stark
                blühende und zurück-sterbende Kronen mit Pinselstrukturen
                sowie fleckige schwarz-braune Verfärbungen am Wurzelanlauf
                und am unteren Stammbereich - zuerst stirbt die Rinde nahe
                dem Stammfuß und dann der ganze Baum.
                - Verursacher für die recht häufig auftretende Kräuselkrankheit
                ist ein Pilz (Taphrina tosquinetti); Schadbild: stark
                gestreckte, runzlig verdickte Äste, die gesunden Zweige
                deutlich überragend, an den Blättern muschelartige
                Verkrümmungen und blasige Auftreibungen.
                - Der glänzende Blaue Erlenblattkäfer (Agelastica alni)
                kann einen Kahlfraß der Blätter verursachen.
                - Der Erlen-Rüsselkäfer ("Erlen-Rüssler") bohrt seinen Rüssel
                unter die Rinde der Bäume und frisst die dort liegende Bast-
                schicht, dadurch Zerstörung der Nährstoffzufuhr ("Erlen-
                Würger"); vor allem junge Bäume gefährdet.
     Ökologie : Enorme Bedeutung bei der dauerhaften Befestigung von Flussufern
                aufgrund des tiefreichenden Wurzelsystems - wurde besonders
                deutlich während der Jahrhundertflut im August 2002;
                die von der Schwarz-Erle dominierten Bruchwälder gehören zu den
                Waldgesellschaften mit der höchsten Anzahl gefährdeter Pflanzen-
                und Tierarten und bieten Lebensraum für über 150 Insektenarten
                incl. 75 Schmetterlingsarten, mehrere Dutzend Vogelarten und
                über 70 Großpilzarten; Vogelnährgehölz: die Früchte verbleiben
                sehr lange am Baum ("Winter-Steher") und dienen in dieser Zeit
                vielen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle, z.B. Erlen- und
                Bergzeisig sowie Stieglitz; Bodenverbesserungsgehölz: Laub hat
                stark bodenverbessernde Wirkung aufgrund seines hohen
                Stickstoffgehaltes und ergibt guten Humus, Laubstreu wird
                besonders rasch zersetzt und ist bereits im späten Frühjahr
                des Folgejahres vollständig verschwunden, Blätter werden
                auch im Wasser leicht zersetzt.
Eigenschaften : Hervorragendes Uferbefestigungsgehölz; hohes Grundwasser, Nässe
                und Staunässe sehr gut vertragend; toleriert Überschwemmungen,
                aber nur kurz! - lang anhaltende Überflutungen auch der
                Stammbasis können zu einem Absterben des Baumes führen;
                extrem hoher Lichtbedarf, wenig wärmebedürftig, sehr frosthart,
                windempfindlich; bedingt geeignet für Stadtklima: Immissionen,
                Oberflächenverdichtung und Salzeintrag nur mäßig vertragend;
                verträgt kurzzeitig Überschotterung; schließt Verdichtungs-
                horizonte auf (z.B. schwere Tonböden); pumpende Gehölzart;
                gilt als Baumart mit der höchsten Verdunstung (mehr noch als
                Birke oder Weide); gut schnittverträglich: Verjüngung nach
                Rückschnitt im Winter bis kurz über den Boden- dadurch Stock-
                ausschläge (Stammtriebe am Wurzelhals); bei Umpflanzung darauf
                achten, dass die Mikroorganismen an den Wurzeln verbleiben -
                ohne diese sterben die Erlen ab!; wenig Unterwuchs: hoher
                Wurzeldruck auf Unterpflanzen, Beschattung groß durch die
                breite Krone.
   Verwendung : In der freien Landschaft als Einzel- und Gruppengehölz für
                feuchte Parkwiesen und Gewässerränder; Uferschutzgehölz zur
                Bodenbefestigung und -verbesserung; zur Gewässerreinhaltung
                und -reinigung; Pioniergehölz in der Ingenieurbiologie: Einsatz
                zum Schutz vor Erosionen und zur dauerhaften Uferbefestigung;
                Pionierin auf Rohböden, Spülfeldern, Halden; im Forst gut
                geeignet als Pionierbaumart auf Ödland und Kippen und wegen
                ihrer Frosthärte als Vorwaldbaumart.
       Sorten : A. glutinosa ´Imperialis`:
                 Kleiner, schlanker Baum, Spitze etwas überhängend; satt-grüne
                 Blätter sehr tief eingeschnitten bis fast zur Mittelrippe,
                 einzelne Lappen schmal und sehr lang zugespitzt; gelegentlich
                 in Gärten, Parks und an Gewässern.
                A. glutinosa ´Laciniata`:
                 Wuchs wie die Art; Blätter eingeschnitten bis zur Mitte der
                 Spreite und auf jeder Seite 6-7 dreieckige, spitze, etwas
                 gelappte Zähne.
 Holz-Nutzung : Halb Venedig steht auf Erlen-Pfählen! (andere Hälfte = Eiche)
                Erlen-Holz zeigt im Wasser verbaut besonders große Dauerhaftig-
                keit - deshalb gerne verwendet für Wasserbauten, Bootsstege,
                Wasserleitungsröhren, Mühlenbalken, Stalldielen; als Massivholz
                Einsatz in der Drechslerei, Schnitzerei, Schreinerei sowie in
                der Kunst- und Möbeltischlerei; häufig verarbeitet zu Furnieren
                und Spanplatten; gefärbt als Ersatz für Nussbaum und Mahagoni;
                liefert gute Holzkohle (mittlerer Heizwert); Herstellung von
                Bilderrahmen, Bleistiften und Bürsten, früher auch von Kisten,
                Koffern, Küchengeschirr, Schusterleisten und Holzschuhen
                ("Holzschuh-Baum").
allg. Nutzung : Früher - Blüten und Rinde: da besonders gerbstoffhaltig, zum
                Ledergerben und Wollefärben; Fruchtzapfen: für Gestecke (noch
                heute) und zur Herstellung dauerhaft schwarzer Tinte; bis ins
                18. Jhdt. wurden mit aufgehängten jungen, noch klebrigen
                Zweigen Mücken gefangen.
    Heilkunde : Wenig Bedeutung; Rinde (Cortex alni) und Blätter sehr
                gerbstoffhaltig (16-20 %), wirken daher zusammenziehend,
                entzündungshemmend, schmerzstillend, fiebersenkend und leicht
                abführend: äußerlich angewendet bei Geschwüren, Beulen,
                Verwundungen und innerlich angewendet bei Rheuma, Angina,
                Darmblutungen, Hals- und Mandelentzündung; Tipp für Wanderer:
                mit Erlenblättern ausgelegte Schuhe helfen gegen müde Füße und
                Beine, und geglättete Blätter auf wunde Füße gelegt können
                Wunder bewirken; die Baumheilkunde empfiehlt, bei Müdigkeit
                und Niedergeschlagenheit Erlen aufzusuchen: sie machen frisch
                und fit, rufen Munterkeit hervor und stärken für die Aufgaben
                des Lebens!
    Bedeutung : Im Volksglauben aufgrund ihrer Standorte ("Erlbruch", Sümpfe,
                düstere pfadlose Moore, Nebel) als "unheimlicher Baum"
                bezeichnet; Schwarz-Erlen-Landschaften sollen Hexen als
                Aufenthaltsort gedient haben - Hexen mit Haaren so blutrot
                wie frisch gefälltes Holz; Wanderer fürchteten, vom Wege
                abzukommen und dem unheimlichen Erlen-Weib zu begegnen, das
                sie aus der Hinterlist in den dunklen Sumpf ziehen könnte;
                die Schwarz-Erle galt aber auch als Beschützerin gegenüber
                allem Bösen, einschließlich Ungeziefer und Schädlinge: Erlen-
                kreuze und -kränze, am Karfreitag geschnitten, sollten Häuser,
                Ställe und Felder vor Unheil bewahren; die berühmte Ballade
                vom Erlkönig verrät zwar viel über die natürlichen Standorte
                der Schwarz-Erle, hat mit ihr als Baum aber nichts zu tun:
                es handelt sich um einen Übersetzungsfehler Herders aus dem
                Dänischen (ellerkonge = Elfenkönig), den Goethe übernommen hat.

        Lyrik :  Ballade vom Erlkönig (Auszug)
                  Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
                  Es ist der Vater mit seinem Kind;
                  Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
                  Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
                    Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
                    Siehst Vater du, den Erlkönig nicht?
                    Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?
                    Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif...
                     (Johann Wolfgang von Goethe, 1782)

                 Trageser C.  www.gartenagentin.de
                 (2003)
 

Schwarz-Erle






















































































































































































Alnus glutinosa
 Foto: www.baum-des-jahres.de 

Wächtershäuser 2009