Fäulearten an Bäumen

Braunfäule   Weißfäule   Moderfäule Systematik der Pilze

Braunfäule - Destruktionsfäule, Würfelbruchfäule, Rotfäule
  • Durch Abbau der Cellulose und Hemicellulose wird die Holzstruktur zerstört.
  • Das rot-braune Lignin wird nicht abgebaut, deshalb wird das Holz steif und spröde.
  • Die Zug- und Biegefestigkeit wird stark herabgesetzt.
  • Typische sichtbare Merkmale sind Längs- und Querrisse, Würfelbruch sowie die braune Verfärbung des Holzes.
  • Pilze, die Braunfäule auslösen, gehören zu den Basidiomyceten (Ständerpilze).

Wirtsspektrum

Nadelbäume, seltener Laubbäume

Braunfäule an Apfelbaum
Braunfäule an Apfelbaum

Braunfäule an Stieleiche
Braunfäule an Stieleiche
Pilzarten
Echter Hausschwamm - Serpula lacrymans

Eichenwirrling - Daelalea quercina

Birkenporling - Piptoporus betulinus

Rotrandiger Baumschwamm - Fomitopsis pinicola

Schwefelporling - Laetiporus sulphureus


Stoffabbau

Cellulose und Hemicellulose

Holzbeschaffenheit

Unelastisch, spröde, brüchig, oft mehlig, braune Farbe
Deutlich sichtbare Längs- und Querrisse

Auswirkungen

Starke Reduzierung der Biege- und Bruchfestigkeit
Hohe Bruchgefahr

Ablaufschema der Braunfäule 1. Phase 2. Phase 3. Phase
Zellwandaufbau  Braunfäule  Braunfäule  Braunfäule
  Von den Hyphen (rot) ausgeschiedene Enzyme diffundieren in die Sekundärwand und beginnen, die die Cellulose überziehende Hemicellulose abzubauen.
Anschließend beginnt die Aufspaltung der Kohlenstoffketten der Cellulose der Sekundärwand. In der Sekundärwand entstehen kleine Spalten und Risse, die die Biegefähigkeit des Holzes stark reduzieren. Nach dem Abbau der Sekundärwand verbleibt nur die ligninhaltige Primärwand und die Mittellamelle in leicht veränderter Form übrig. Durch Schrumpfungsprozesse zerfällt das verbleibene Lignin würfelförmig bzw. zu braunem Pulver.

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Weißfäule - Korrosionsfäule
  • Unter "Weißfäulepilze" werden traditionell Pilze zusammengefasst, die gleichzeitig Cellulose, Lignin und Hemicellulose oder bevorzugt den braunen Ligninanteil abbauen und das infizierte Holz wie gebleicht aussieht.
  • Dazu zählen Vertreter der Basidiomyeten (Ständerpilze) und Ascomyceten (Schlauchpilze).
  • Es gibt zwei verschiedene Arten von Weißfäule:
  Simultane Weißfäule Selektive Weißfäule (selektive Delignifizierung)
Wirtsspektrum Laubbäume, seltener Nadelbäume Laub- und Nadelbäume

Pilzarten

Austernseitling - Pleurotus ostreatus

Eichenfeuerschwamm - Phellinus robustus

Eschenbaumschwamm - Perenniporia fraxinea

Schmetterlingstramete - Trametes versicolor

Tropfender Schillerporling - Inonotus dryadeus

Zottiger Schillerporling - Inonotus hispidus

Echter Zunderschwamm - Fomes fomentarius


Honiggelber Hallimasch - Armillaria mellea

Flacher Lackporling - Ganoderma applanatum

Wulstiger Lackporling - Ganoderma adspersum

Sparriger Schüppling - Pholiota squarrosa

Weißlochfäule:
Klapperschwamm - Grifolia frondosa
Kiefernfeuerschwamm - Phellinius pini

Stoffabbau Gleichzeitig Cellulose, Lignin und Hemicellulose Erst Lignin und Hemicellulose,
später auch Cellulose
Holzbeschaffenheit
Spröde Faserig
Auswirkungen Sprödes Brechen (muschelartige Bruchoberfläche) Faserknicken, Wulstbilung
Zähes Brechen
  Ablaufschema der Simultanen Weißfäule

Zellwandaufbau 
                
1. Phase
Hyphen, die im Lumen auf der Sekundärwand wachsen, scheiden Enzyme aus. Kommt die Zellwand mit den ausgeschiedenen Enzymen in Kontakt, entstehen grabenartige Vertiefungen, in die die Hyphe einsinkt. Der Holzabbau findet somit in unmittelbarer Umgebung der Hyphe statt.

Simultane Weißfäule
2. Phase
Die Zellwand wird systematisch von innen nach außen abgebaut. Es bilden sich Seitenhyphen, die im rechten Winkel in die Zellwand eindringen.
Simultane Weißfäule
3. Phase
Die entstandenen Vertiefungen und Bohrlöcher fließen allmählich zu größeren Hohlräumen zusammen. Die Zellwand wird zunehmend dünner und porös.
Simultane Weißfäule
4. Phase
Im Spätstadium verbleiben nur noch die Eckzwickel der Mittelschicht.
Simultane Weißfäule


Ablaufschema der Selektiven Weißfäule

Zellwandaufbau 
                
1. Phase
Hyphen, die im Lumen auf der Sekundärwand wachsen, scheiden tief in die Zellwand eindringende Enzyme aus.
In der Sekundärwand findet ein starker Ligninabbau statt. Es kommt zu einem laminaren Zerfall unter Enstehung radialer Strukturen. Auch die Mittellamelle wird angegriffen.

Selektive Weißfäule
2. Phase
Im Spätstadium wird die ligninreiche Mittellamelle vollständig abgebaut.
Die Zellverbände werden dadurch teilweise aufgelöst und das Holz wird faserig.
Da der Celluloseabbau in dieser Phase noch gering ist, hat das Holz noch eine hohe Festigkeit, aber nur eine geringe Steifigkeit.
Das erhöhte Biegemoment wird vom Kambium wahrgenommenen und es findet ein verstärktes lokales Wachstum statt. (Reparaturanbauten).

3. Phase

Durch den Celluloseabbau im finalen Stadium verliert das Holz auch seine Zugfestigkeit.

Selektive Weißfäule




Selektive Weißfäule

 

 

Weißfäule


 Weißfäule


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Moderfäule

Wirtsspektrum

Laub- und Nadelbäume

Moderfäule
Moderfäule an Buche



Moderfäule

Pilzarten
Brandkrustenpilz - Ustulina deusta

Leberpilz/Ochsenzunge - Fistulina hepatica

Riesenporling - Meripilus giganteus

Zottiger Schillerporling - Inonotus hispidus (fakultativ)

Fungi imperfecti (Deuteromycetes)


Stoffabbau

Cellulose und Hemicellulose, weniger Lignin

Holzbeschaffenheit

Kleiner Würfelbruch, spröde

Auswirkungen

Hohe Steifigkeit, sprödes Brechen

Ablaufschema  Moderfäule Typ 1 1. Phase 2. Phase 3. Phase
Zellwandaufbau  Moderfäule  Moderfäule  Moderfäule



Moderfäule Typ 2

Holzzersetzung erfolgt vom Lumen nach
außen, durch Bildung von Erosionsgräben
Hyphen (rot), die im Lumen wachsen, bilden Seitenhyphen, die in die Sekundärwand wachsen. Wie bei der Simultanen Weißfäule findet der Stoffabbau bei der Moderfäule in unmittelbarer Umgebung der Hyhen statt.
Aus Seitenhypen bilden sich Tochterhypen, die parallel zur Ausrichtung der Cellulose in der Sekundärwand wachsen. Durch enzymatischen Abbau bilden sich um die Hypen herum kegelförmige Kavernen. Nach kurzem Wachstum verzweigen sich die Hypen erneut. Im Spätstadium ist die Sekundärwand vollständig abgebaut und es verbleiben nur die ligninhaltige Primärwand und die Mittellamelle.

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Wächtershäuser 2009